Ein wichtiger Augenblick in unserem Leben – der Tod 



 „Es gibt nur einen Frieden:
Sich mit dem Tod auszusöhnen.
Danach ist alles möglich.
Ich kann Sie nicht zwingen,
an Gott zu glauben.
An Gott zu glauben bedeutet,
sich mit dem Tod zu versöhnen.
Wenn Sie den Tod akzeptiert haben,
ist das Problem Gott gelöst –
und nicht umgekehrt.
Albert Camus 



 

 

In unserer westlichen Gesellschaft haben wir den Tod fast vollständig aus unserem Leben verbannt. Das Sterben findet zum größten Teil nicht mehr  wie früher inmitten der Familien, sondern irgendwo in Kliniken oder Altenheimen statt. So sind uns der Tod und das Sterben fremd und unheimlich geworden und machen uns Angst.

Wenn wir im Tod jedoch nicht das dunkle Ende sehen wollen, müssen wir bereit sein umzudenken. Machen wir uns auf den Weg, das Mysterium Tod und Leben zu erforschen!
Wir haben die Wahl, wie wir den Tod bewerten, ob wir ihn verachten, unheimlich und schrecklich finden und voller Angst auf das Ende des Lebens schauen. Oder ob wir uns mit dem Tod auseinandersetzen und dadurch seinen Sinn erfassen, seine Großartigkeit und Erhabenheit kennen lernen.  Wir können das Leben als eine Wachstumsphase ansehen, in der etwas wächst und heranreift, sich weiter entwickelt und beim Sterben die reife Frucht trägt - die Erfüllung des Lebens. Mit dieser Einstellung ist es uns möglich, jeden Tag voll Vertrauen und Freude zu erleben.  

Für mich war die Angst mein Lehrmeister. Sie ließ mich spüren, wie sehr sie mich in meinem Lebensgefühl behinderte. So musste ich mich mit ihr auseinandersetzen und sie befreien. Ich habe mich meiner Angst vor dem Tod gestellt und bin an ihr gewachsen. Mir ist bewusst geworden, dass da, wo die Angst ist, unser Weg entlang führt und dass uns die Angst immer wieder festhalten wird und wir nur ein sehr eingeschränktes Leben führen können, wenn wir uns diesem Weg widersetzen und das Thema Tod aus Furcht leugnen.
Meine Angst hat mich den Tod und somit das Leben gelehrt. Sie hat mir geholfen, ein klein wenig in das große Mysterium Leben und Tod einzutauchen.

 

Wir sind nicht unser Körper

Beim Erforschen von dem, was wir Tod nennen, werden wir feststellen, dass es den Tod, so wie wir ihn im Normalfall interpretieren, nicht gibt. Es gibt nur unterschiedliche Seins-zustände.
Wir sind nicht unser Körper, sondern geistige Wesen,  die vom Kreislauf Leben und Tod in Wahrheit nicht betroffen sind. Als Geistwesen benutzen wir zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Körper, um hier im Irdischen Erfahrungen zu sammeln und uns weiterzuentwickeln.
Elisabeth Kübler-Ross vergleicht den menschlichen Körper mit einem „Kokon samt seiner Larve“, der uns als Haus dient. Das Sterben - das in dem Fall die Befreiung des Schmetterlings ist - beschreibt sie als ein „Umziehen in ein schöneres Haus“.
Der Journalist William Stead erklärte seiner Tochter nach seinem Tod in medialen Durchgaben: „Du ahnst ja nicht, was für ein Kerker der irdische Körper ist – das merkst du erst, wenn du ihn einmal verlassen hast. Ich jubelte, ich fühlte mich so wohl, so frei, so glücklich...!“ (Aus „Buddhistische Schatzkiste“, S. 809)

 

Begleitung von Sterbenden und Verstorbenen

Das Leben ist ein Weg zum spirituellen Erwachen und der Tod ist ein wichtiger Augenblick auf diesem Weg. Viele weise Menschen sagen, er ist der Höhepunkt, die Blüte unseres Lebens.
Aber was können wir tun, um den Tod als Höhepunkt unseres Lebens zu erfahren?
Gerade in der Zeit des Sterbens sind wir meist hilflos und können nicht für uns selber sorgen. So sind wir abhängig von den Menschen, die uns in dieser Phase begleiten, dass sie uns den nötigen Schutz, die nötige geborgene und warme Atmosphäre schaffen, damit wir diesen so wichtigen Augenblick so weit wie möglich ohne Angst erleben können.
Nur die Versöhnung mit unserem eigenen Sterben kann es uns möglich machen, Sterbenden hilfreich zur Seite zu stehen und ihnen den nötigen Schutz zu geben, den sie brauchen.

Aber wir können unsere Lieben nicht nur durchs Leben bis zum Tod, sondern auch nach dem Sterben noch begleiten.
In der geistigen Welt gelten ganz neue Gesetze, und so müssen Verstorbene erst einmal lernen, sich ohne den irdischen Körper, der ihnen als Werkzeug gedient hat, in einer völlig ungewohnten Welt zurechtzufinden. Sie verstehen  am Anfang im wahrsten Sinne nicht, wie die geistige Welt „funktioniert“.
So ist es vielen Verstorbenen eine große Hilfe, wenn ihnen vertraute Menschen als Vermittler  für die geistige Welt beistehen können und ihnen sagen, dass sie ihr irdisches Leben loslassen und nach dem Licht, nach ihren geistigen Helfern schauen und ins Licht gehen sollen.
Den Verstorbenen auf diese Art zu helfen, sich in ihrer neuen Welt zurechtzufinden und so auf konstruktive  Weise mit ihnen in Verbindung zu bleiben hilft uns Hinterbliebenen, der Zeit von Trauer und Schmerz noch einen anderen Inhalt zu geben.

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